News Border Cairn Zucht Welpen Sport Galerie Gästebuch Links Dies & Das Kontakt
 

 


Obedience ist in Deutschland noch eine recht junge Hundesportart. Übersetzt heißt es nicht anderes als: Gehorsam. Die meisten Anhänger dieses Sports legen allerdings sehr viel Wert darauf, das Obedience Gehorsam oder Unterordnung in "Perfektion" ist. Ich auch. Obedience ist für mich die hohe Schule der Unterordnung, die ein enormes Maß an Teamwork und vor allem an Hundeverständnis vom Hundeführer fordert. Beim Erlernen der einzelnen Lektionen kann man nicht nach Schema F vorgehen, da zwar die einzelnen Übungen vorgegeben sind, aber selbst bei den Prüfungen einzelne Lektionen immer wieder variieren können. Dies macht Obedience für mich so interessant. Vor allem aber auch, dass man Schritt für Schritt die Übungen erlernen und Aufbauen kann, bis irgendwann die höchste Leistungsklasse 3, die "Königsklasse" erreicht ist. Auch hier bevorzuge ich persönlich die Arbeit mit dem Clicker, um neue Übungen zu lernen oder bereits Erlerntes zu festigen und zu perfektionieren.

 

Früh übt sich ... Jazz bei der Übung "Steh" und "Leinenführigkeit" im Alter von 8 Monaten.

 

Obedience vereint Unterordnung, Apport, Nasenarbeit und eine wenig Ausstellung in sich. Zudem wird das Sozialverhalten des Hundes bei jeder Prüfung überprüft, da es nicht nur Einzel- sondern auch Gruppenübungen gibt. Wenn man Obedience leistungsmäßig betreiben möchte, gibt es 4 Leistungsklassen, in denen man starten kann. Beginner, Klasse 1 bis Klasse 3. Um in die nächst höhere Klasse aufsteigen zu können, muss man die einzelnen Prüfungen mit einem Vorzüglich bestehen.

 

Noodles bei der Freifolge: Hoch konzentriert, hoch motiviert und ohne Leckerchen geführt.

 

Folgende Bewertungen kann ein Team erhalten:

Vorzüglich:

256 bis 320 Punkte

Sehr Gut: 224 bis 255,5 Punkte
Gut: 192 bis 223,5 Punkte
nicht bewertet: unter 192 Punkte


Jeder freut sich natürlich, wenn die Leistung des Teams mit einem V bewertet wird. Aber es müssen schon viele Faktoren zusammenkommen, um die Trainingsleistung auch an einem Prüfungstag in vorzüglicher Form abrufen zu können. Vor allem das zweibeinige Teammitglied hat da so seine Probleme mit z.B. der Nervosität. Aus eigener Erfahrung heraus kann ich aber sagen: Wenn es schon kein Vorzüglich gegeben hat, dann war mir persönlich ein Gut doch lieber. Oder ein Sehr Gut mit 230 Punkten. Da war das Vorzüglich dann in so weiter Ferne, dass ich nicht in die Versuchung kam, zu überlegen, welcher Fehler nicht hätte passieren dürfen oder welche Hilfe (die ich meistens unbewusst gegeben habe) ich besser weggelassen hätte, dass es dann doch für ein V gereicht hätte. Zum Glück ist es mir aber noch nie passiert, das am Ende einer Prüfung 255,5 Punkte standen. Ich glaube da ... ;0)

So sieht ein Gewinner aus! Endlich hatten wir die Beginner-Klasse bestanden (alle guten Dinge sind 3).

 

Die Voraussetzung, um in der Beginner-Klasse zu starten, ist bei uns in Deutschland eine bestandene Begleithundeprüfung. Darüber hinaus gelten fast die gleichen Bestimmungen, wie ich sie schon unter Agility beschrieben habe.

   
Die Beginner Klasse:  

1. Verhalten gg. Hunden:

Gruppenübung, Koeffizient 4

 

Zu einer Gruppe gehören mindestens 3 und maximal 7 Teams. In dieser Übung stehen alle Hundeführer mit ihrem, in Grundstellung sitzendem Hund in einer Reihe. Beginnend mit der Nummer 1 geht jedes Team auf Anweisung des Stewards mit dem Kommando "Fuß" an. In Fußposition soll der Hund seinem Hundeführer folgen. Beide gehen einmal vor und hinter der gesamten Gruppe her und reihen sich wieder ein. Der Abstand zur Gruppe sollte nicht höher als 1m sein. Bei zu großem Abstand, nicht korrekter Position oder anderen Fehlern, werden Punkte abgezogen. Die Höchstpunktzahl beträgt, wie bei allen anderen Übungen auch, 10 Punkte. Der Aufrechnungsfaktor (Koeffizient) ist: 4

 

 

 

 

 


Hier zeigt Noodles eine perfekte Grundstellung. Sie ist hoch konzentriert und wartet auf ihre Belohnung, die ich nicht in der Hand halte. Noodles wurde so ausgebildet, dass sie weiß, für die richtige Ausführung, bekommt sie einen "Click", der die Belohnung ankündigt. Eventuell sogar einen "Jackpot". Für Noodles heißt das: Lecker Essen und den Ball holen bis zum Abwinken. :0)

   
2. Stehen und Betasten:

Gruppenübung, Koeffizient 3

 

 

 

 

In dieser Übung geht es darum, das sich der, vor dem Hundeführer stehenden Hund von einer Person anfassen lässt. Hierfür bekommt der Hund, der sich in der Grundstellung befindet das Kommando "Steh". Wenn der Hund sich hingestellt hat, stellt sich der Hundeführer vor seinen Hund und der Steward oder Richter tritt zum Hund und "betastet" hin. Während des Betastens darf der Hundeführer beruhigend auf seinen Hund einreden. Es dürfen nur keine Kommandos sein. Anschließend stellt sich der Hundeführer wieder neben seinen Hund und der Hund soll sich auf Kommando wieder in die Grundstellung setzen.

   
 

 

 

 

 

Steh in der Grundstellung. Crazy wartet auf die Dinge, die da kommen ...

 

 

 

 

 

Steh für das Stehen und Betasten. Noodles ist aufmerksam und unter Spannung.

   
3. Gebiss zeigen:

Gruppenübung, Koeffizient 1

 

Diese Übung wird meistens direkt im Anschluss an die vorherige gemacht. Der Hundeführer zeigt durch Anheben der Lefzen des Hundes das Gebiss. Erst die Vorderseite, dann nacheinander die Seiten. Der Hund soll dabei sitzen. Auf Anweisung des Stewards kehrt das Team in die Gruppe zurück.

   

4. Ablegen in der Gruppe:

Gruppenübung, Koeffizient: 3,Dauer: 2 Minuten

 

Der Hund wird aus der Grundstellung heraus auf Anweisung des Stewards ins Platz gebracht. Diese Position sollte der Hund schnell und korrekt ausführen. Nach einem letzten Kommando verlässt der Hundeführer seinen Hund und entfernt sich ungefähr 20 Meter, dreht sich zu seinem Hund um und bleibt stehen. Auf Anweisung hin geht der Hundeführer zurück, stellt sich neben seinen Hund und darf ihn aber erst nach Aufforderung des Stewards in die Grundstellung bringen.

Auch damit muss ein kleiner Hund klar kommen: Allein unter ... ;0) . Debbie trägt es mit Fassung.

   
5. Leinenführigkeit:

Einzelübung, Koeffizient 4

  Der Hund hat eine korrekte Fußposition, wenn er mit der Schulter auf Kniehöhe, bzw. Schienbeinhöhe an lockerer Leine, in einem guten Tempo, aufmerksam dem Hundeführer folgt. Hierbei darf der Hund den Hundeführer in keiner Weise in seinen Bewegungen behindern.  Das Team wird von einer Person (Steward) geschickt. Es werden folgende Anweisungen gegeben: Vorwärts, rechts und links (90° Winkel), Rechtsumkehrt, Linksumkehrt, Halt. Die Leine wird in der linken Hand gehalten.

   
6. Freifolge:

Einzelübung, Koeffizient 4

  Wie Übung 5, aber ohne Leine.

   
7. Sitz aus der Bewegung:

Einzelübung, Koeffizient 3

 

Aus der Grundstellung heraus geht der Hundeführer mit seinem frei bei Fuß folgenden Hund im normalen Tempo geradeaus. Nach 10 - 15 Metern gibt er auf Anweisung hin das Kommando "Sitz", das der Hund zügig und gerade ausführen soll, ohne dass der Hundeführer anhält oder sich umsieht. Nach ca. 20 Metern hält der Hundeführer an und dreht sich zum Hund um. Auf Anweisung kehrt der Hundeführer zu seinem Hund zurück und nimmt an dessen rechter Seite die Grundstellung ein. Auf Anweisung hin leint er seinen Hund an.

Korrekte und schnelle Ausführung des Kommandos "Sitz".

 
8. Kommen auf Befehl:

Einzelübung, Koeffizient 4

 

Der Hund wird in einem Quadrat (= Box) von 3 x 3 Metern in der Mitte abgelegt. Die Ecken des Quadrats sind mit Kegel markiert, die Kegel jeweils mit einem Band verbunden. Der Hundeführer darf die Leine ohne Knoten oder Schlaufen zum Hund legen und entfernt sich auf Anweisung 15 Meter von seinem Hund. Der HF dreht sich zu seinem Hund um und wartet auf die Anweisung des Steward, damit er seinen Hund abrufen kann. Der Hund sollte schnell und ohne zögern in gerader Linie zum HF laufen und die Grundstellung einnehmen (mit oder ohne Vorsitz).

   
9. Zurücksenden zum Platz:

Einzelübung, Koeffizient 3

 

Aus der Grundstellung von Übung 8 heraus schickt der HF auf Anweisung seinen Hund zurück in die Box.  Der Hund sollte auf direktem Weg und zügig in die Mitte der Box laufen und sich dort auf Kommando hinlegen oder hinstellen. Steht der Hund in der Box wird auf vom HF in Platz gerufen. Der Hund sollte nun mit Blickrichtung zu seinem HF liegen. Der HF kehrt zurück zu seinem Hund, nimmt die Grundstellung ein und bringt seinen Hund ins Sitz. Anschließend wird der Hund angeleint.

   

Noodles wartet darauf, dass sie abgerufen wird.

Crazy steht in der Box und wird dann ins Platz gerufen

   
10. Apport zu ebener Erde:

Einzelübung, Koeffizient 2

  Der HF nimmt mit seinem Hund die Grundstellung ein und entfernt ca. 10 Meter von seinem Hund, um das Apportel auszulegen. Nachdem der HF zu seinem Hund zurückgekehrt ist, gibt er das Kommando zum Apportieren. Der Hund sollte nun schnell zum Apportel laufen, es aufnehmen, schnell zum HF auf direktem Weg zurückkehren und entweder vorsitzen oder die Grundstellung einnehmen. Auf Anweisung hin gibt der HF das Kommando zum Auslassen und für die Grundstellung.

Noodles beim Apport in der Beginner Klasse. Laut PO dürfte es auch ein Spielzeug sein.

 
11. Umgang Mensch/Hund:

Koeffizient 1

 

Hier wird das Team bewertet, bzw. das Verständnis untereinander. Zum Beispiel achtet der Leistungsrichter darauf, wie der Hund gelobt wird. Ob der Hund die Art und Weise des Lobes mag. Wie der Hundeführer mit falsch ausgeführten Übungen umgeht. usw. Es nicht so, dass jedes Team die volle Punktzahl erhält. Obwohl die wenigsten Richter mit diesen Punkten geizen. Umgang Mensch/Hund wird in den nächst höheren Leistungsklassen außer in der Klasse 3 bewertet.

 

In den weiteren Leistungsklassen wiederholen sich einige Übungen, steigen aber im Schwierigkeitsgrad an oder variieren in der Ausführung. Da jetzt ein Sprung über die Hürde hinzukommt, muss der Hundeführer angeben, welche Schulterhöhe sein Hund hat, damit die Höhe der Hürde entsprechend eingestellt werden kann. In jeder Leistungsklasse kommt aber mindestens eine neue Übung hinzu. Die Gruppenübungen beinhalten ab jetzt nur noch 2 Übungen: Sitz und Platz. Ich werde die folgenden Klassen nicht mehr so ausführlich beschreiben. Wer sich für das Thema Obedience interessiert kann gerne Kontakt mit mir aufnehmen. Ich stehe für weitere Informationen gerne zur Verfügung.

 

Der Hürdensprung in der Klasse 1 ist gar nicht so einfach wie er aussieht, da der Hund ohne einen Zielpunkt springen soll und ohne Kommando wieder über die Hürde zurückkommen muss.
 
Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3
1. 1 Minuten sitzen mit Sichtkontakt 1. 2 Minuten sitzen in Sichtweite 1. 2  Minuten sitzen
2. 3 Minuten liegen mit Sichtkontakt 2. 3 Minuten liegen außer Sicht 2. 4 Minuten liegen
3. Leinenführigkeit mit Laufschritt und der Figur 8 3. Freifolge  mit Tempowechsel und Slalom 3. Freifolge mit Angehen nach rechts, links vor und zurück
4. Freifolge 4. Sitz, Platz aus der Bewegung (Viereck 8x8) 4. Steh, Sitz und Platz aus der Bewegung
5. Platz aus der Bewegung (8x8) 5. Kommen mit Steh 5. Abrufen mit Steh und Platz
6. Kommen auf Befehl 6. Voraussenden in die Box mit Hinlegen 6.Voraussenden mit Richtungsanweisung
7. Zurücksenden zum Platz 7. Apport über die Hürde (Holzapport) 7. Richtungsapport
8. Sprung über die Hürde 8. Metallapport zu ebener Erde 8. Metallapport über die Hürde
9. Apport zu ebener Erde (Holz oder Kunststoff) 9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen 9. Geruchsunterscheidung
10. Kontrolle auf Distanz (Platz-Sitz-Platz) 10. Kontrolle auf Distanz (Platz-Sitz-Steh-Platz) 10. Kontrolle auf Distanz (Platz-Sitz-Steh-Platz-Steh-Sitz-Platz)
11. Umgang Mensch/Hund 11. Umgang Mensch/Hund  
 

Ab der Klasse 1 darf für den Apport nur ein Apportel aus Holz oder Kunststoff genommen werden.
 

Viele Hunde mögen das Metallapportel (Klasse 2) gar nicht und es bedarf einiger Ausdauer und großem Einfallsreichtum, seinem Hund dieses "Ding" schmackhaft zu machen. Bei der Geruchsunterscheidung muss der Hund aus 6 Hölzern (10 cm lang) das Holz heraussuchen,  das ich während der Prüfung in meiner Hosen- oder Westentasche getragen habe.

In der Übung 6 (Klasse 3) wird der Hund bei der Richtungsanweisung im rechten Winkel zur Box zu einem "Bottje geschickt, das 10 Meter vom HF und 25 Meter von der Box entfernt steht. Der Hund muss auf Kommando dort anhalten und darf auch erst auf Kommando hin die Box anlaufen. Der Hund wird aus der Box heraus ins Fuß gerufen, wobei der HF einige Meter entfernt vom Hund geht.

Auch beim Richtungsapport wird der Hund (gerade) zu einem Bottje geschickt und ins Steh gebracht. Von dort aus darf der Hund entweder nur das rechte oder linke Apportel holen.

Bei der Geruchsunterscheidung in der Klasse 3 bekommt der HF das Holz für einige Sekunden in die Hand, bevor es für die Übung ausgelegt wird.

 

 

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass Obedience eine Sportart ist, die zeitaufwendig, aber sehr abwechslungsreich ist. Vor allem, wenn man mit sie mit kreativen Hunden, wie den Terriern, insbesondere dem Cairn Terrier ausübt. Vor allem Noodles hat immer wieder neue Variationen parat. Und sei es nur, das sie während einer Prüfung beim Apport einen kleinen Abstecher ins Gebüsch macht, um den Kaninchen "Hallo" zu sagen. Bis dahin hatte wir beide ein Sehr Gut. Danach wurden wir dann leider disqualifiziert :0°

 

Mein Anliegen ist es, zu zeigen, dass ein kleiner Hund gut arbeiten kann und will. Daher starte ich mit meinen Hunden auf Prüfungen (Ergebnisse sind dann unter News zu finden) oder beteilige mich in Dortmund auf der Bundes- oder Europasiegerzuchtschau an der Vorführung. Dies auch, um Obedience etwas bekannter zu machen. Das Publikum ist immer wieder erstaunt, welche Vielzahl an Lektionen von den Hunden erwartet werden und wie viele Rassen, diese Hundesportart gut und gerne ausüben.

 

   
Falls der Appetit auf Obedience beim Stöbern geweckt wurde, freue ich mich. Ich hoffe, die Bilder zeigen deutlich, mit welchem Eifer und Freude meine Hunde mit mir arbeiten. Darum obliegt mir als zweibeiniger Part des Team auch eine besondere Verantwortung meinem Partner Hund gegenüber: Bei allem Ergeiz darf der Spaß nicht verloren gehen. Und Prüfung hin oder her. Habe ich das Gefühl, das die äußeren Umstände (Wetter, Platz usw.) oder aber die Tagesform meines Hundes nicht stimmt, werde ich jederzeit meine Meldung zurückziehen. Dann machen wir es uns im Campingstuhl gemütlich, genießen die Vorführung der anderen Teams, fiebern mit und feuern an. Frei nach dem Motto: Lächeln, Obedience macht Freude!
   
   
Fotos by: www.sarahsahni.de und www.dogs-in-sight.de
 
 

© www.scallywags-online.de